SCALA Programmkino | Apothekenstraße 17 | 21335 Lüneburg | Karten-Telefon: (0 41 31) 224 32 24

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SCALA Programmkino Lüneburg

Eine Familie unserer Zeit im moralischen Verfall. Nach LIEBE und DAS WEISSE BAND der neue Film von Michael Haneke: HAPPY END – ab 12. Oktober!

Programm in der Übersicht

Aktuelle Kinowoche:
19.10. – 25.10.2017

Unsere Extras

Film und Vortrag: Der Aufstand gegen die Nazi­generation (1967–1968)

Donnerstag (19.10.) – ab 19:00

Der Aufstand gegen die Nazi­generation (1967–1968)Film „Mein 68. Ein verspäteter Brief an meinen Vater“ und Vortrag von Hannes Heer

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-­Stiftung Niedersachsen e.V., dem DGB Kreisverband Lüneburg Harburg-­Land, dem AntiRa-Referat des AStA der ­Leuphana Universität Lüneburg, der Geschichts­werkstatt Lüneburg e.V. und der VVN/BdA Lüneburg. Eintritt frei!

Zwei Jahrzehnte nach dem Ende des „Dritten Reiches“ stellte die nächste Generation das Verhalten der eigenen Eltern während der NS-Zeit radikal in Frage. „Diese Revolte war für die poli­tische Kultur der Bundesrepublik ein Einschnitt, in den heilsamen Folgen nur übertroffen von der Befreiung vom NS-­Regime durch die Alliierten (…)“ – so die Worte des Frankfurter Philosophen Jürgen Habermas über das, was die BRD damals erschüttert hat. Das klingt anders als das, was wir von Politik, Medien und Wissenschaft über den Epochenbruch von 1967/68 seit 50 Jahren erfahren: Entweder dominiert das alte Zerrbild von Chaos, Gewalt und Kommunismus, oder es wird die verklärte Version von kreativer Subkultur, kultureller Öffnung und politischer Modernisierung verwendet. Habermas hat etwas Anderes erlebt und erfahren: Für ihn war der 2. Juni 1967, an dem Benno Ohnesorg erschossen wurde, der Tag, welcher „die Gefahr nicht nur einer schleichenden Austrocknung, son­dern einer manifesten Erschütterung der Demokratie in unserm Lande drastisch sichtbar“ gemacht habe. Die 68er-Generation habe, so Habermas, noch etwas viel Größeres gewagt: „Die Inszenierung einer Abrechnung mit dem kollektiven Ausweichen vor der deutschen Verantwortung, der historischen Haftung für den Nationalsozialismus und dessen Gräuel.“

— Mit einem Kinoprogrammpreis der Bundesregierung (BKM) als eines der besten zehn Programmkinos in Deutschland ausgezeichnet! —