Geboren in Ravensbrück

Geboren in Ravensbrück

Sondervorstellung zum Tag der Befreiung. Zu Gast sind die Filme­macherinnen Jule von Hertell und Julia Küllmer.

Geboren in Ravensbrück

Der Dokumentarfilm schildert die Geschichte einer der wenigen überlebenden im KZ geborenen Kinder. Am 1. Dezember 1943 kam Ingelore Proch­nows Mutter, im fünften Monat schwanger und gerade mal 19 Jahre alt, ins Frauenkonzentrations­lager Ravensbrück. Der Grund ihrer Inhaftierung: Verkehr mit einem Polen“. Im April des folgenden Jahres brachte sie ihre Tochter Ingelore zur Welt. Wie durch ein Wunder überlebte diese ein Jahr lang bis zur Befreiung im April 1945. Sie wuchs bei Adoptiv­eltern auf, erfuhr erst 40 Jahre später von den Umständen ihrer Geburt und machte sich auf die Suche nach ihrer Geschichte und nach möglichen Angehörigen.

GEBOREN IN RAVENSBRÜCK ist ein Film, der diese Suche und die Geschichte nachvollzieht. Es geht um fehlende Erinnerungen, offene Fragen und das Erinnern ohne eigene Erinnerung. Ingelore findet bis heute Trost und Anerkennung im Engagement um das Gedenken und den Treffen mit anderen Überlebenden und deren An­gehörigen. Sie haderte lange mit ihrer Rolle als Überlebende; fehlt ihr doch die eigene Erinnerung an das KZ. Wie kann sie denn als so etwas wie eine Zeitzeugin gelten, wenn sie nichts bezeugen kann? Inge­lores Geschichte wird von ihr selbst erzählt, setzt sich aus Fragmenten, Dokumenten und Briefen für die Zuschauer*innen nach und nach zusammen. Der Film bietet mög­liche Antworten und wirft gleichzeitig neue Fragen auf, er ist auf der Suche, so wie es Ingelore war und ist.