Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien

Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien

2020 wäre Christoph Schlingensief 60 Jahre alt geworden – Zeit, ihn endlich (wieder) zu entdecken.

Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien

Mit seinen Heimatfilmen“, seinen Aktionen und Interventionen in Theater, Fernsehen, Oper und Kunst hat Regisseur Christoph Schlingensief über zwei Jahrzehnte den kulturellen und politischen Diskurs in Deutschland mitgeprägt. Die renommierte Filmeditorin Bettina Böhler unternimmt in ihrem virtuos montierten und ungemein unterhaltsamen Regiedebüt den Versuch, den Ausnahmekünstler in seiner ganzen Bandbreite zu zeigen. Im Fokus steht der Familienmensch“ (Schlingensief über Schlingensief), der in seinen Arbeiten gleichermaßen das Verhältnis zu den Eltern in Oberhausen und das Verhältnis zu Deutschland thematisiert. Der Film durchlebt die ganze Entwicklung Schlingensiefs: vom quasi pubertierenden Filmemacher im Kunstblutrausch über den Bühnenrevoluzzer von Berlin und Bayreuth bis hin zum Bestsellerautor, der kurz vor seinem Tod die Einladung erhält, den Deutschen Pavillon in Venedig zu gestalten. Dabei überträgt sich die ungebändigte Energie des Porträtierten unwillkürlich auf die Zuschauer.

Schlingensief prägte den poli­tischen Diskurs im deutsch­sprachigen Raum. Er war un­bequem und eckte an. Oft berührte er eine Schmerzgrenze. Ob er sich mit der NS-Geschichte auseinandersetzte oder mit der Gegenwart. […] Schlingensiefs Provokationen trafen einen Nerv. Böhlers Dokumentation macht deutlich, wie sehr der widerspenstige Christoph Schlingensief heute fehlt.
EPD Film

ab 20. August im Programm.

Wir setzen ein Cookie für eine anonyme statistische Analyse. Einverstanden? Datenschutzerklärung