Vater – Otac

Vater – Otac

Ein Film über einen liebenden Vater, der mit stillem Protest um seine Kinder kämpft. Berlinale 2020: Panorama-Publikums­preis und Preis der Öku­menischen Jury.

Vater – Otac

Dem Gelegenheitsarbeiter Nikolas werden nach einem Selbstmordversuch seiner Frau die beiden Kinder weggenommen und bei Pflegeeltern untergebracht – zunächst angeblich vorübergehend. Doch nach einer Begutachtung der Wohnverhältnisse be­findet der Leiter des Sozialamts des kleinen serbischen Dorfes, Nikola sei zu arm, um ein angemessenes Lebensumfeld für die Kinder zu gewährleisten. Der zurückhaltende Mann beschließt, eine Beschwerde beim Ministerium für Soziales in Belgrad einzulegen. Die 300 Kilometer dorthin will er zu Fuß zurückzulegen. Er will den Behörden zeigen, wie weit er für seine Kinder zu gehen bereit ist – im wahrsten Sinne des Wortes.

Vater – Otac

Der serbische Regisseur und Drehbuch­autor Srđan Golubović erzählt in seinem wunderbar fotogra­fierten Film von der Ungleichheit der Verhältnisse. Sein stiller, aber zäher Protagonist erforscht in einer Mischung aus Roadmovie, ­Drama und Gesellschaftskritik nicht nur das Land, sondern auch die Grenzen zwischen Recht und Unrecht und prangert soziale Ungerechtigkeit und ein ver­dorbenes ­politisches System an. Dafür gab es auf der Berlinale 2020 den Panorama-Publikums­preis und den Preis der Öku­menischen Jury.

VATER – OTAC beruht auf einer wahren Begebenheit und einer realen Person. Als ich zum ersten Mal von der Geschichte des Vaters gelesen habe, war dieser bereits vor dem Arbeitsministerium und hat dort protestiert und verlangt, dass seine Kinder zu ihm zurückgeführt werden. Ich fuhr also dorthin und habe mit ihm gesprochen. Über Tage hinweg habe ich mich dort mit ihm getroffen und ihm meine Unterstützung angeboten. Ich realisierte, dass etwas sehr Spezielles in der Geschichte war, etwas Inspirierendes und Cineastisches, eine Art Paris-Texas-Erzählung, wie sie der Balkan schreibt. Armut bringt oft das Schlimmste bei Menschen hervor. Es gibt nichts Schönes an der Armut. Das ist überall so und das ist universell. Unter den Menschen, die uns im Film begegnen, gibt es gute und schlechte. Auch das ist universell. VATER – OTAC ist ein Abbild der gegenwärtigen serbischen Gesellschaft, aber ich bin überzeugt, dass Nikolas’ Schicksal einen einfachen Mann auf der ganzen Welt ereilen kann. Ob in Amerika, Frankreich, Korea, Russland …
Regisseur Srđan Golubović

Zeiten & Tickets

Sa
04.12.
So
05.12.

Auszeichnungen

Berlinale 2020
— Panorama-Publikumspreis
— Preis der Ökumenischen Jury
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