Ancestral Visions of the Future (OV)
In seinem poetischen und zutiefst persönlichen Film ANCESTRAL VISIONS OF THE FUTURE entfaltet der Filmemacher Lemohang Mosese eine eindrucksvolle Reflexion über Entwurzelung, Exil und die Suche nach Zugehörigkeit. Der Film feierte 2025 seine Weltpremiere im Rahmen der Sektion Berlinale Special bei den 75. Internationalen Filmfestspielen Berlin.
englische Originalversion
In fragmentierten Erzählungen und kraftvollen mythischen Bildern verbindet Mosese autobiografische Erinnerungen mit universellen Fragen nach Heimat, Verlust und Identität. Ausgehend von seiner Kindheit in Lesotho bis hin zu seinem Leben im Berliner Exil entsteht eine traumartige filmische Erkundung, die sich spiralförmig zwischen Vergangenheit und Gegenwart, persönlicher Erfahrung und kollektiver Erinnerung bewegt.
Erzählt wird in dem Film von symbolträchtigen Figuren wie einem Puppenspieler, der Kräuter züchtet, um den Menschen mehr Zeit zur Erlösung zu schenken, und einer Marktverkäuferin, die in einer Stadt des Vergessens die Sprache der Träume bewahrt. Zugleich begegnet Mosese den prägenden Momenten seines eigenen Lebens: den staubigen Straßen seiner Kindheit, den Erfahrungen von Gewalt und der schmerzhaften Anonymität des Exils. Immer wieder tritt dabei als Verkörperung von Liebe und Widerstandskraft die Figur seiner Mutter in den Vordergrund. Ancestral Visions of the Future ist damit weit mehr als eine autobiografische Erzählung. Der Film wird zur Hommage an eine Stadt und ein Volk, die zwischen der Last der Erinnerung und der Unausweichlichkeit des Verlusts gefangen sind. Inspiriert von mündlichen Erzähltraditionen und getragen von einer außergewöhnlichen visuellen Sprache, schafft Mosese ein Werk von großer emotionaler und poetischer Kraft. Der Film ist eine Würdigung der Macht des Kinos, Erinnerung sichtbar zu machen und in Bildern einen Ort der Zugehörigkeit zu finden.
Der Regisseur Lemohang Jeremiah Mosese ist anwesend.
Einführung: Grace Musila, LIAS Alumna, University of the Witwatersrand, Johannesburg, South Africa.
Diese Filme gehören zur LIAS-Filmreihe (Leuphana Institute for Advanced Studies (LIAS) in Culture and Society) in Kooperation mit dem SCALA Programmkino. Jeden Monat werden internationale Filme zu kultur- und sozialkritischen Themen von Einführungen und Diskussionen begleitet. Der Eintritt ist frei!