Der Heimatlose
Ein Mann ohne Heimat kehrt nach Jahren der Flucht in das Dorf seiner Kindheit zurück und muss sich einer Vergangenheit stellen, die ihn nie losgelassen hat.
Nach 14 Jahren auf dem Festland kehrt Hein in seine Heimat zurück – das einzige Dorf auf einer abgelegenen Nordseeinsel. Zu seiner Überraschung erkennt ihn die eingeschworene Dorfgemeinschaft nicht wieder. Sogar sein Kindheitsfreund Friedemann distanziert sich von ihm, obwohl sie einst unzertrennlich waren. Um herauszufinden, ob Hein wirklich der ist, für den er sich ausgibt, rufen die Bewohner:innen ein Dorfgericht ins Leben. Doch im Verlauf des Prozesses mehren sich die Ungereimtheiten. Heins Erinnerungen an seine Jugend unterscheiden sich grundlegend von denen der geladenen Zeug:innen. Mit jedem Verhandlungstag verschlechtert sich die Stimmung im Dorf, aus Verdächtigungen wird offene Feindseligkeit. Alle sind überzeugt, dass Hein ein Betrüger ist. In seiner Angst, alles zu verlieren, begibt sich Hein verzweifelt auf die Suche nach Beweisen, die seine Erinnerungen bestätigen – bis er erkennt, was er lange nicht sehen wollte…
Gleich mit seinem ersten Spielfilm wurde Kai Stänicke mit „Der Heimatlose“ zur Berlinale eingeladen, wo das allegorische Drama als Eröffnungsfilm der Sektion Perspectives gezeigt wurde. Zurecht, denn Stänicke ist ein bemerkenswerter Film gelungen, der mit einfachen Mitteln entstand und zeigt, wie sehr es beim Filmemachen auf Ideen ankommt, auf den Mut, seiner Vision zu folgen und zu vertrauen.
ab 27. August im Programm