Framing Agnes

Framing Agnes (OV)

Wie erzählt man Geschichte, wenn die Menschen, um die es geht, selbst kaum zu Wort kommen? Der Dokumentarfilm von Chase Joynt geht dieser Frage nach und öffnet einen ungewöhnlichen Blick auf die Transgeschichte der 1950er-Jahre.

englische Originalversion

Framing Agnes

Im Mittelpunkt steht Agnes, eine trans Frau, die 1958 an einer Studie der UCLA teilnahm. Sie hoffte auf Zugang zu einer geschlechtsangleichenden Behandlung. Ihre Geschichte galt lange als außergewöhnlich. Erst Jahrzehnte später wurden weitere, bislang unbekannte Akten aus dem Umfeld der damaligen Gender Clinic entdeckt. Sie erzählen von Menschen, die ihr Geschlecht neu definierten, um für Selbstbestimmung und medizinische Versorgung zu kämpfen – und dabei oft unsichtbar bleiben mussten. Chase Joynt erweckt diese Geschichten gemeinsam mit einem queeren Cast zum Leben. In einer fiktiven Fernsehsendung spielen trans Schauspieler:innen historische Interviews nach. Zugleich sprechen sie darüber, wie es sich anfühlt, diese Personen zu verkörpern. So entsteht ein Film, der Dokumentation, Reenactment und wissenschaftliche Einordnung miteinander verbindet. Framing Agnes stellt dabei auch die Art infrage, wie Medien über trans Menschen erzählen. Statt einzelne Biografien als isolierte Ausnahmegeschichten zu präsentieren, macht der Film frühe Formen von Gemeinschaft, Solidarität und gegenseitiger Unterstützung sichtbar.

Framing Agnes

Diese Filme gehören zur LIAS-Filmreihe (Leuphana Institute for Advanced Studies (LIAS) in Culture and Society) in Kooperation mit dem SCALA Programmkino. Jeden Monat werden internationale Filme zu kultur- und sozialkritischen Themen von Einführungen und Diskussionen begleitet.

Eintritt frei

Zeiten

Mi
21.10.
19:00