Hiddensee

Hiddensee

Ein gleichsam poetisches wie beunruhigendes Kinoerlebnis voller visueller und erzählerischer Kraft.

Hiddensee

Hiddensee, ein 17 Kilometer langer Streifen Land in der Ostsee, geliebt als Sehnsuchtsort der Freiheit. Der Dokumentarfilm reist durch ein ganzes Jahrhundert bis in die goldenen 1920er zurück, als die intellektuelle Avantgarde hier zu Hause ist – wie Stummfilmstar Asta Nielsen oder Literatur-Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann. Damals wie heute ist Hiddensee gezeichnet von politischen Verwerfungen, die sich im ganzen Land abspielen – Deutschland im Miniaturformat. Mehrere Erzählstränge, verschränkt über Zeiten und Generationen, führen schließlich zu den sich unaufhörlich zuspitzenden Spannungen der Gegenwart. In hypnotischen Schwarzweiß-Bildern verwebt Regisseurin Annekatrin Hendel Landschaft, Geschichte und Schicksale zu einem faszinierenden Porträt und blickt wie durch ein Brennglas auf Bewegungen, die weit über die legendäre Ostseeinsel hinausreichen.

Hiddensee
… weil Annekatrin Hendel dieses kleine, schmale Eiland Hiddensee, das so viele Sehnsüchte und Begehrlichkeiten weckt, weder verklärt noch entzaubert, bleibt ihr Inselporträt spannend. Die Freiheit am Meer, die hier seit Generationen und vielleicht schon seit Jahrhunderten gesucht wird, war nie selbstverständlich, und sie unterscheidet sich auch stark – je nach dem Status der jeweiligen Gesellschaft. So wird aus der Liebeserklärung an einen besonderen Ort so ganz nebenbei eine deutsche Zustandsbeschreibung – mit viel Wind, weitem Horizont, ein paar großen Wellen und einigen dunklen Wolken.
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