Rose

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Die wahre und verworrene Geschichte einer Land-und-Leute-Betrügerin, die als Frau geboren wurde, sich wie ein Mann verhielt und ein ganzes Dorf täuschte – mit Sandra Hüller in der Hauptrolle, auf der Berlinale ausgezeichnet mit dem Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung.

Rose

In den Wirren des 30-jährigen Krieges erscheint ein mysteriöser Soldat in einem abgeschiedenen protestantischen Dorf. Ziemlich schweigsam, ziemlich schmal, das Gesicht durch eine Narbe entstellt. Der Fremde behauptet, Erbe eines seit langem verlassenen Gutshofs zu sein, und kann ein Dokument vorlegen, das seinen Anspruch bestätigt – zum großen Missfallen der Dorfgemeinde. Allerdings setzt der Fremde alles daran, hier sein Glück zu finden. Sein Streben nach Anerkennung und Akzeptanz werden aber durch sein Geheimnis erschwert: Unter falscher Identität, unter falschem Namen und unter Vortäuschung eines falschen Geschlechts hat der Soldat seinen Weg in das Dorf genommen. Doch um seine Ziele zu erreichen, wird er auch nicht vor der Unmöglichkeit einer arrangierten Ehe mit der Tochter eines Großbauern zurückschrecken. Denn wer so weit gekommen ist, hält bald alles für möglich…

Rose

Zeiten & Tickets

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Auszeichnungen

Berlinale 2026
— Silberner Bär für Sandra Hüller

Bewertung der FBW-Jugend Filmjury

Gesamtbewertung:

reduziert:
feministisch:
bedrückend:

Im 17 Jahrhundert kommt es nicht darauf an, was man im Kopf hat, sondern in der Hose. Rose hat das schon lange erkannt und nutzt die männlichen Privilegien zu ihrem Vorteil. Als Mann verkleidet, baut sie sich eine neue Identität auf und lässt sich nach einem 10-jährigen Kriegsdienst endlich auf einem heruntergekommenen Hof nieder, um ihn zu bewirtschaften. Endgültig als neues Mitglied der Gemeinde akzeptiert wird sie von den anderen Dorfbewohner:innen, als sie Suzanna heiratet, die Tochter eines angesehenen Mannes. Zwar bringt ihr das wirtschaftliche Vorteile, aber auch ein großes Problem: denn, wenn ein Decktier seine Pflichten nicht richtig erfüllen kann, wird er ausgetauscht.“

Der Film ist in schwarz-weiß gedreht. Man kann die Geschichte trotzdem gut mitverfolgen, viele Szenen haben sogar durch ihre Stimmung vor unserem inneren Auge Farbe angenommen! Besonders gut gefallen hat uns die ruhige Musik, die sich nie zu stark oder dominant in den Vordergrund spielt, sondern zusammen mit den Geräuschen lautmalerisch miterzählt: mit dem Summen einer Fliege, dem Atem von Rose oder dem Kratzen einer Schreibfeder. Die Stimme der Erzählerin aus dem Off hat dem Film einen märchenhaften Touch gegeben, sodass die filmische Erzählung insgesamt mit Ton und Bild wie ein realistisches Märchen wirkt. Wie im Leben zu jener Zeit üblich, war die Rolle der christlichen Kirche sehr präsent dargestellt, genauso wie die klare Verteilung der Geschlechterrollen. Historisch ist das weit weg, trotzdem wurden wir in den Film reingezogen und es fühlte sich an, als wäre die Atmosphäre des Films im Raum zu spüren. Rose bereut bis zum tragischen Schluss nicht, was sie getan hat, und ist uns ein Vorbild. Voller Stolz schreibt sie ihre Geschichte auf: Bis hier hin bin ich gekommen und hab getan, was ich kann.“ Bis heute ist das Geschlechterthema aktuell, denn immer noch müssen Frauen für ihre Freiheit kämpfen, immer noch gibt es unterschiedliche Bezahlungen und noch immer gibt es Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern.

Diesen historisch belegten cross-dressing-Film empfehlen wir für alle Geschlechter ab 14 Jahren.

zur Begründung der FBW-Jugend Filmjury